Heiss in Scottsdale
- LJ Miller

- vor 15 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Vor etwa 15 Jahren lebte ich in Scottsdale, Arizona. Ich trainierte und wollte es als Rennradfahrer schaffen (dachte ich zumindest). Ich hatte eine intensive Trainingswoche von Montag bis Donnerstag. In meinem Trainingsplan war Freitag als fester Ruhetag vorgesehen. Ich war den ganzen Tag zu Hause. Es war unruhig und ich langweilte mich. Ich erinnere mich, dass es ein brütend heißer Sommertag war, aber ich fror den ganzen Tag in einem kalten Haus. Ich konnte es nicht mehr aushalten… Ich fühlte mich von den Tagen zuvor so gut, dass ich dachte, eine lockere Ausfahrt könne nicht schaden. Ich zog meine Ausrüstung an und fuhr los. Ich hatte eine Strecke geplant und mir geschworen, nur die Beine zu trainieren. Das Erste, woran ich mich von diesem Freitag erinnere, war die Hitze – einfach nur intensive, extrem trockene Hitze – nicht wie ein Föhn, sondern eher wie in der Mitte eines Backofens. Trotzdem fuhr ich los. Normalerweise wärme ich mich auf, aber dafür hatte ich heute keine Zeit. Ich fuhr einfach los, und es war viel zu einfach. Ich trat schneller in die Pedale, was zu einem höheren Tempo und schließlich zu einem Sprint führte – flach im Unterlenker, uneinholbar, schneller als der Verkehr – ich flog. Zum Glück verpasste ich die nächste Ampel, aber glücklich darüber war ich nicht…
Ich warte ungeduldig auf die Abzweigung und bemerke an der Kreuzung ein paar Dinge. Ich schaue zurück und sehe den Fahrer des Wagens hinter mir. Er trägt eine schwarze Sonnenbrille, sein Gesicht ist gestochen scharf. Er trägt eine Ray-Ban. Außerdem dröhnt in seinem Auto unglaublich laute, total nervige Musik. Als Nächstes merke ich, dass ich einen heftigen Sonnenbrand am linken Arm habe. Dieser extreme Sonnenbrand ergibt überhaupt keinen Sinn, da ich doch gerade erst losgefahren bin – dann holt mich die Realität ein und ich wache auf… im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie sich herausstellte, bin ich direkt nach diesem maximalen Sprint ohnmächtig geworden und auf der Straße umgefallen.
Das Gesicht des Fahrers war so deutlich zu erkennen, weil er aus seinem Auto gestiegen war und über mir kniete. Die unglaublich laute, total nervige Musik waren Autohupen und der Krankenwagen, der mich abholte. Der vermeintliche Sonnenbrand war in Wirklichkeit mein Arm, der auf der Straße verbrannt war, als ich darauf lag. Bis heute weiß ich nicht, was passiert ist oder wie lange ich bewusstlos war. Die Sanitäter waren erst nett, dann aber sauer auf mich, weil ich jede Behandlung abgelehnt hatte. Einer der Sanitäter fragte mich: „Warum kann ich nie auf gutaussehende Frauen reagieren?“ Ich glaube ehrlich gesagt, er meinte es ernst. Der gesamte Verkehr stand still. Ich saß eine Weile da, und schließlich normalisierte sich der Verkehr an der Kreuzung wieder. Dann bin ich zurück nach Hause gefahren – versprochen. Lektion gelernt – sich an den Plan halten.




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